Dokumente zum III. Reich

Bombenopfer in Dresden 1945

Auszug.
(Original-Dokument liegt als Fotokopie vor. Originalabschrift. Mit [...] gekennzeichnete Stellen bezeichnen Kürzungen)

 


Der Höhere SS- und Polizeiführer Elbe
in den Gauen Halle-Merseburg, Sachsen
und Wehrkreis IV
- Befehlshaber der Ordnungspolizei -

BdO IV: L XI - 231 Nr. - 7/45 geheim.
Betr.:
Schlußmeldung über die vier Luftangriffe auf den LS-Ort Dresden am 13., 14. und 15. Februar 1945

[...]


II. Angriffsziele, Angriffstaktik und Wetterverhältnisse.

1. Ziel und Taktik:


[...]

Mittagsangriffe vom 14.2. und 15.2.45 auf das gesamte Stadtgebiet. Beim Mittagsangriff vom 14.2.45 besondere Schäden in Löbtau, Friedrichstadt, Cotta und der Leipziger Vorstadt. Beim Mittagsangriff vom 15.2.45 vor allem die Stadtteile Plauen, die Südvorstadt, die Stadtteile Tolkewitz, Laubegast, das Waldschlößchenviertel sowie die Stadtteile Loschwitz und Oberloschwitz getroffen. Beide Mittagsangriffe überwiegend Hochangriffe. Bei allen Angriffen war Bordbwaffenbeschuß festzustellen."

[...]

V. Schäden an Polizei- u. Wehrmachtsgebäude:

[...]

E. Personenschäden: Bis 10. März 1945 - früh festgestellt: 18.375 Gefallene, 2.212 Schwerverwundete, 13.718 Leichtverwundete. 350.000 Obdachlose und langfristig Umquartierte. Aufgliederung der Personenschäden nach Geschlechtern mit Rücksicht auf bestehende Schwierigkeiten (Abwanderung großer Teile der Bevölkerung, Überführung eines großen Teils der Verwundeten nach außerhalb, vollkommene Verkohlung bzw, starke Verwesung der Leichen) noch nicht bzw. überhaupt unmöglich, Überwiegend handelt es sich aber um Frauen und Kinder. Nach Angaben der Kripo im Laufe der Zeit möglich, etwa 50% der Gefallenen zu identifizieren. Nach bisherigen Feststellungen ist der überwiegende Teil der Gefallenen in den LS-Räumen und außerhalb durch mittelbare oder unmittelbare Brandeinwirkung sowie durch Verschüttung umgekommen.
Auch durch Abwurf von Minen- und Sprengbomben insbesondere während des 2. Nachtangriffes auf Straßen und Plätze sowie Grünanlagen sind hohe Personenverluste eingetreten. Die Gesamtzahl der Gefallenen einschl. Ausländer wird auf Grund der bisherigen Erfahrungen und Feststellungen bei der Bergung nunmehr auf etwa 25.000 geschätzt. Unter den Trümmermassen, insbes. der Innenstadt dürften noch mehrere Tausend Gefallene liegen, die vorläufig überhaupt nicht geborgen werden können. Genaue Feststellung der Gefallenenzahl erst möglich, wenn durch Vermißtennachweis und Meldeämter der Polizei feststeht, welche Personen Dresden verlassen haben. Beim Vermißtennachweis und der Stadtverwaltung liegen z. Zt. etwa 35.000 Vermißtenmeldungen vor. Unter den Gefallenen bisher etwa 100 Wehrmachtsangehörige festgestellt.[...]

[...]

H. Besondere Vorkommnisse:
1. Bergung der Gefallenen, auch soweit nicht verschüttet, mußte durch Kräfte des örtlichen LS-Leiters erfolgen, ebenso die Überführung nach den Friedhöfen. Mit Rücksicht auf die schnell fortschreitende Verwesung und bestehende außerordentliche Schwierigkeiten bei der Bergung, sowie Mangel an geeigneten Fahrzeugen zur Überführung auf Friedhöfe mit Zustimmung des Gauleiters und der Stadtverwaltung auf dem Altmarkt insgesamt 6865 Gefallene eingeäschert. Die Asche der Gefallenen wurde auf einen Friedhof überführt.
2. Plünderer: Von der Schutzpolizei, insbes. durch eingesetzte Streifen bisher 79 Plünderer festgenommen. Eine größere Anzahl bereits hingerichtet. Vorstehender Bericht wird nach Abstimmung der Unterlagen mit der Kreisleitung d. NSDAP erstattet.

I.A.
gez. T h i e r i g .

 

 

Aus der Lagemeldung 1 404:

Auszug

 

Der Chef der Ordnungspolizei Berlin, den 22. März 1945

Betr.: Luftangriffe auf das Reichsgebiet.
Lagemeldung Nr. 1 404

BdO. Dresden - Nachtrag:


[...]


Bis zum 10.3.1945, früh, 18375 Gefallene, 2212 Schwerverwundete und 13718 Leichtverwundette festgestellt. 350 000 Obdachlose und langfristig Umquartierte. Aufgliederung der Personenverluste nach Geschlechtern unmöglich. Überwiegend handelt es sich aber um Frauen und Kinder. Gesamtzahl der Gefallenen aufgrund bisheriger Erfahrungen und Feststellungen bei der Bergung nunmehr auf etwa 25 000 geschätzt. Mehrere tausend Gefallene noch unter Trümmermassen. Etwa 35 000 Vermißtmeldungen liegen vor. Unter den Gefallenen bisher etwa 100 Wehrmachtsangehörige festgestellt.
Personenverluste bei der Polizei: 31 aktive Pol.-Angehötige und 171 LSPol.-Angehörige einschl. FE-Dienst gefallen. 24 aktive Pol.-Angehörige und 132 LSPol.-Angehörige einschl. FE-Dienst verwundet, 77 aktive Pol.-Angehörige und 300 LSPol.-Angehörige einschl. FE-Dienst vermißt.

 

 

 

Quellen der Dokumente: